Tiergestütztes Angebot
Hintergrund
Die Beziehungsaufnahme zu einem Tier basiert hauptsächlich auf einer nonverbalen, emotionalen Ebene. Die nonverbale Kommunikation kann viel weniger verfälscht werden als die verbale Kommunikation (Watzlawick, Beavin, Jackson, 1969). Tiere beurteilen Menschen nicht nach Aussehen oder sozialem Status oder anderen menschlichen Kriterien. Sie reagieren unverfälscht und direkt auf Verhalten und emotionale Zustände. Das bedeutet, dass man sich ihnen gegenüber nicht verstellen kann. Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, mit anderen Beziehungen aufzunehmen, können dies unter Umständen gegenüber Tieren eher. Die sensitiven Rückmeldungen des Tieres auf nonverbales Verhalten oder Befinden des Menschen geben das Gefühl, akzeptiert zu werden und ermöglichen ein Selbsterkennen. Hunde vermitteln Zuwendung und Ablenkung, haben eine sowohl beruhigend entspannende wie auch anregend motivierende Wirkung. Ihre natürlichen Reaktionsmuster können Lernprozesse ermöglichen oder gar initiieren.
Diverse Untersuchungen beschreiben diese Wirkung:
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In Anwesenheit eines Hundes nimmt die Häufigkeit für Lächeln, Tastkontakte und Blickkontakte bei Alzheimerpatientinnen und -patienten zu. Das deutet darauf hin, dass Kommunikation und Sozialisation während der therapeutischen Intervention mit einem Hund verbessert wird (Bateson et al., 1998).
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Schmid (2006) konnte in ihrer Untersuchung auf der Station G0 in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zeigen, dass die Anwesenheit eines Hundes ein grosses Aktivierungspotential besitzt. Durch das ihm entgegengebrachte Interesse ist der Hund Katalysator für Gespräche. Auf der emotionalen Ebene zeigten sich deutliche Äusserungen von Freude und Begeisterung. Eine Auseinandersetzung mit Themen wie Krankheit und Tod wurde angeregt.
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Durch Anwesenheit oder Streicheln eines Tieres können Blutdruck und Pulsfrequenz sinken. Es findet eine Entspannung der Muskulatur durch Körperkontakt statt. Biochemische Veränderungen wie zum Beispiel die Freisetzung von B-Endorphinen bewirken Schmerzlinderung (aus „Natürlich“, Heft 11, 2005).
Angebot
Den Patientinnen und Patienten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich wird bei entsprechender Indikation der Kontakt mit Tieren im Rahmen von Pflege und Betreuung ermöglicht. In der Klinik stehen Therapiehundeteams regelmässig im Einsatz. Angeboten werden Gruppen- und Einzelaktivitäten. Zwei dieser Hunde sind zusätzlich regelmässig als Stationshunde auf Akutstationen anwesend.
Voraussetzungen
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Die Patientinnen und Patienten sind mit dem Einsatz von Tieren in ihrer Behandlung einverstanden.
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Die Patientinnen und Patienten fühlen sich nicht durch die Tiere bedrängt oder gestört (Stationstiere, Besuchstiere anderer Patienten).
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Gesundheitliche Bedürfnisse werden respektiert (zum Beispiel Allergien).
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Die Sicherheit (Verletzungen, Stürze) ist gewährleistet.
Weiterführende Informationen
Rahmenbedingungen zum Einsatz von Tieren in der Pflege
Kontakt
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Direktion Pflege, Therapien und Soziale Arbeit
Roberto Tavaretti
Leiter Dienste
Lenggstrasse 31
Postfach 1931
8032 Zürich
Telefon +41 (0)44 384 23 87
Fax +41 (0)44 384 22 87
Email roberto.tavaretti@puk.zh.ch

