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Abhängigkeitserkrankungen

Die Entstehung und Entwicklung von schädlichem Gebrauch sowie von Abhängigkeit von psychotropen Substanzen (Alkohol und Drogen) stellt ein multifaktorielles Geschehen dar. Es spielen dabei – in jeweils unterschiedlichem Ausmass - sowohl biologische wie auch psychische und soziale Gegebenheiten eine Rolle. Die weitere Entwicklung der Abhängigkeit in ihrem natürlichen Verlauf ist meistens durch einen wiederkehrenden Kreislauf von Konsumverzicht und Rückfällen über Jahrzehnte charakterisiert.

Die therapeutischen Interventionen der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich erfolgen im Rahmen des in der Schweiz aktuell akzeptierten Vier-Säulen-Modells (Prävention, Repression, Therapie und „harm reduction“). Die Behandlungsstrategien in der PUK richten sich nach folgenden Grundsätzen:

Wir gehen auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten mit Substanzstörungen mittels spezifisch medizinisch-psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlungsformen ein. Dabei gelangen nur Behandlungsverfahren zur Anwendung, die ethischen und medizinisch-wissenschaftlichen Kriterien genügen. Dazu gehört auch die Verpflichtung zur regelmässigen Evaluation der gewählten Strategien sowie zur Forschung.

Die Patientinnen und Patienten mit Substanzstörungen werden in einem Setting behandelt, das so wenig restriktiv wie möglich ist. Das ausschlaggebende Kriterium für die Behandlungsaufnahme und vor allem -weiterführung ist deren Sinnhaftigkeit in der aktuellen Gesamtsituation der Patientin oder des Patienten. Dies gilt auch für die Handhabung von Rückfällen sowie für allfällige Konsequenzen positiver Urinproben.

Wenn sie indiziert sind, nehmen wir die Behandlungen möglichst schnell und unkompliziert auf. Zudem streben wir eine höchstmögliche Kontinuität während verschiedener Phasen der Behandlung an. Patientinnen und Patienten mit komorbiden Störungen behandeln wir integrativ. Die häufigen körperlichen Probleme von Patientinnen und Patienten mit Abhängigkeitsstörungen (HIV-Status, Hepatitiden) werden gezielt identifiziert und angegangen.

Abhängigkeitserkrankungen im Alter

Soziale Isolation, Verlusterlebnisse wie Pensionierung oder Partnerverlust, Einsamkeit, zunehmende psychische und körperliche Beschwerden, chronische Schmerzen, Schlaflosigkeit und nachlassende intellektuelle Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit können bei älteren Menschen Suchterkrankungen fördern. Durch verlangsamte Stoffwechselprozesse im Alter und verminderte Körperflüssigkeit sind der Blutgehalt und die Neurotoxizität des Alkohols bei älteren Personen wesentlich höher als bei jüngeren Menschen. Stürze und Unfälle im Alltag, Depressionen, zunehmende kognitive Defizite, Durchfälle, Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes im Blut und schliesslich lebensbedrohliche Verwirrtheitszustände wie zum Beispiel Delir sind die häufigsten Ursachen für alkoholbedingte Hospitalisationen gerontopsychiatrischer Patientinnen und Patienten.

Die Klinik für Alterspsychiatrie bietet für Betroffene stationäre (Station G3) und ambulante (Ambulatorium des Gerontopsychiatrischen Zentrums Hegibach) Therapieangebote an. Für Anmeldungen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Ambulatorium oder an den Dienstarzt der Klinik für Alterspsychiatrie.

Stand: 12. November 2015

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