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Dualdiagnosen und Abhängigkeitserkrankungen

Konzept und Zielsetzung

Die Spezialstationen E0/E1 für Dualdiagnosen bieten ein umfangreiches Therapieangebot und umfassende diagnostische Abklärungsmöglichkeiten für Menschen mit Dualdiagnosen, d. h. für Patientinnen und Patienten mit einer Substanzstörung und weiteren psychischen Erkrankungen. Um dem Behandlungsbedarf entsprechend dem Krankheitszustand und den Bedürfnissen der Patienten optimal gerecht zu werden, umfasst das Angebot der Doppelstation zwei Bereiche: einen Therapiebereich für Akutbehandlung (teiloffen geführte Spezialstation E1) und einen Bereich für Psychotherapie (offen geführte Spezialstation E0).

Die Spezialstationen E0/E1 für Dualdiagnosen sind in das Behandlungsangebot des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen eingebettet. Dies ermöglicht sowohl eine gute Vernetzung des stationären Angebots mit tagesklinischen und ambulanten Behandlungsangeboten innerhalb des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen, als auch eine enge Zusammenarbeit mit den weiteren Zentren der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und anderen externen Einrichtungen.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Patientinnen und Patienten, die an einer Abhängigkeitserkrankung und in der Regel an einer weiteren psychischen Erkrankung leiden. Unter Berücksichtigung der jeweiligen psychischen, somatischen und sozialen Aspekte wird mit der Patientin oder dem Patienten eine individualisierte Behandlungsplanung erstellt, deren Umsetzung durch das multiprofessionelle Behandlungsteam fortlaufend unterstützt wird.

Angebot

Das Behandlungsangebot besteht auf beiden Stationen zunächst aus einer umfassenden psychiatrischen Diagnostik. Je nach Bedarf und Indikationsstellung können weitere psychologische, somatische und Arbeitsfähigkeitsabklärungen erfolgen. Entsprechend den individuellen Bedürfnissen werden sowohl kürzere Aufenthalte zur Krisenintervention als auch längere stationäre Aufenthalte angeboten. Im Bereich Aktubehandlung (Station E1) führen wir Entzugsbehandlungen bei Abhängigkeit von psychotropen Substanzen gemäss individueller Indikationsstellung durch. Für Patienten beider Stationen existiert ein breites psychotherapeutisches Gruppenangebot. Für den Bereich Psychotherapie (Station E0) ist dieses intensiviert und wird durch Einzelgespräche ergänzt. Ein Schwerpunkt des offen geführten Psychotherapiebereichs ist die Erkennung und Behandlung von Traumafolgestörungen und ihrer Wechselwirkung mit der Abhängigkeitserkrankung.

Psychotherapeutische Gruppenangebote:

  • Psychoedukative Gesprächsgruppe
  • Achtsamkeitsbasierte Gruppe
  • Interaktives Skillstraining
  • Gesprächsgruppe für Patienten mit Substanzstörungen
  • Recovery Gruppe
  • Rückfallpräventionstraining (Station E0)
  • Seeking Safety (Station E0)

Weitere Therapieangebote:

  • Psychotherapeutische Einzelgespräche
  • Pharmakotherapie
  • Einstellung auf Substitutionspräparate (z. B. Methadon, Buprenorphin oder Morphin)
  • Behandlung und Prophylaxe von körperlichen Krankheiten, die häufig bei Substanzstörungen vorkommen
  • Gespräche unter Einbezug der Angehörigen und/oder anderer Kontaktpersonen
  • Physio- und Bewegungstherapie
  • Arbeitstherapie
  • Ergotherapie
  • Pflegerische Gruppenangebote
  • Soziale Beratung und Unterstützung
  • Tägliche Gruppengespräche

Behandlungsteam

Das multiprofessionelle Behandlungsteam besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie Fachpersonen aus den Bereichen Pflege, Soziale Arbeit, Physiotherapie, Bewegungstherapie, Ergotherapie und Arbeitstherapie. Die Behandlungskontinuität wird durch die Zuteilung von festen Bezugspersonen und Therapeuten gewährleistet.

Dr. med. Jan Conradi, Oberarzt Spezialstation für Dualdiagnosen E0 (Bereich Psychotherapie)
Med. pract. Dipl.-Psych. Raoul Bitar, Oberarzt Spezialstation für Dualdiagnosen E1 (Bereich Akutbehandlung)
Robert Schad, Stationsleiter E0/E1

Kosten

Für Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Kanton Zürich werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Bei ausserkantonalem Wohnsitz muss eine Kostengutsprache vorliegen.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt telefonisch über den diensthabenden Triage-Oberarzt. 

Stand: 05. Januar 2016

Weiterführende Informationen