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Arbeitsdiagnostik

Die Arbeitsdiagnostik wird ausschliesslich in der Arbeitstherapie erstellt. Sie setzt sich zusammen aus verschiedenen Formen vorgegebener Aufgabenstellungen, gezielter Beobachtung und einem standardisierten Analyseverfahren. Die gesammelten Daten ermöglichen eine realistische Einschätzung der momentanen Leistungsfähigkeit einer Person im Hinblick auf ihre gewünschte (berufliche) Perspektive.

Für die Einschätzung der Belastbarkeit und das Erstellen einer Arbeitsdiagnostik benötigt es mindestens einer zweiwöchigen, regelmässigen Teilnahme. Bei kürzeren, bzw. unregelmässigen Teilnahmen in der Arbeitstherapie können wir entweder einen Ersteindruck oder eine Einschätzung zu den arbeitsbezogenen Fähigkeiten geben.

Für die Arbeitsdiagnostik werden (semi)standardisierte Arbeitsaufgaben und evaluierte Assessments eingesetzt.

Die Arbeitstherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich arbeitet auf der Grundlage des ergotherapeutischen Betätigungsmodells MOHO Model of Human Occupation (Modell der menschlichen Betätigung) nach Kielhofner (1995). Dieses Modell stellt spezielle, evaluierte Assessments zur Arbeitsdiagnostik zur Verfügung. Die wichtigsten Instrumente für die Arbeitstherapie sind:

WRI: Worker Role Interview (Fragebogen zur Rolle des Arbeitnehmers)
Ein semi-strukturiertes Interview mit 17 Punkten zu den Themen Selbstbild, Werte, Interessen, Rollen, und Gewohnheiten. Es dient der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen (Re-)Integration an den bisherigen Arbeitsplatz.

WEIS: Work Environment Impact Scale (Fragebogen zum Einfluss der Arbeitsumgebung auf den Stelleninhaber)
Ebenfalls ein semi-strukturiertes Interview mit 17 Punkten zur Arbeitsumwelt, mit einer Bewertungsskala von 1 - 4. Es dient dazu, förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen im Arbeitsumfeld der Person herauszuarbeiten mit dem Ziel, die Ergebnisse am (zukünftigen) Arbeitsplatz möglichst umzusetzen.

MELBA: Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit
In den Arbeitstherapiegruppen Holz, Metall, Bürotraining und Vortraining wird zur Diagnostik der Arbeitsfähigkeit das Verfahren MELBA eingesetzt mit dem Ziel, ein differenziertes Fähigkeits- beziehungsweise Anforderungsprofil zu erstellen. MELBA basiert auf 29 definierten Merkmalen, wie zum Beispiel Problemlösung, Pünktlichkeit und Auffassung. Die Ergebnisse aus Anforderungs- wie auch aus Fähigkeitsanalyse werden in Bezug auf den avisierten Arbeitsplatz direkt miteinander verglichen. So können Differenzen im Zusammenpassen zwischen Person und Arbeitsplatz erkannt und als Grundlage für spezifische Anpassungen genutzt werden. MELBA ermöglicht die Erhebung kognitiver und psychomotorischer Fähigkeiten ebenso wie die Erhebung von Merkmalen zur Art der Arbeitsausführung, der Kulturtechniken und der Kommunikation. Zudem werden soziale Kompetenzen erfasst, die für Arbeitsprozesse von Bedeutung sind, wie beispielsweise Kritikfähigkeit, Kontaktfähigkeit und Teamarbeit.

IDA: Instrumentarium zur Diagnostik von Arbeitsfähigkeiten
Die Kurzdiagnostik IDA wird in der Regel im Einzelsetting an einem einzigen Termin durchgeführt und dauert 2 - 3 Stunden. Das Instrumentarium umfasst 14 standardisierte Arbeitsproben. Dazu gehören schriftliche, mündliche sowie mehrere manuelle Aufgaben. Die Auswertung ergibt ein Fähigkeitsprofil, vergleichbar mit MELBA. Nicht abgeklärt werden können die sozialen Fähigkeiten, da die Durchführung im Einzelsetting stattfindet. IDA kann pro Person nur ein einziges Mal durchgeführt werden und das Ergebnis ist von der jeweiligen Tagesform abhängig.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitsdiagnostik sind Reflexionsgespräche und das Durchführen einer Selbst- und Fremdeinschätzung mit der Patientin oder dem Patienten.

Eine Voraussetzung für diagnostische Verfahren in der Arbeitstherapie ist die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen, sozialen, pflegerischen und therapeutischen Berufsgruppen innerhalb der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Zusätzlich wird - je nach Fragestellung und Bereitschaft der Patientin oder des Patienten - der Kontakt zu anderen Einrichtungen, dem Arbeitgeber und anderen relevanten Personen ausserhalb der Klinik gesucht.

Stand: 12. November 2019

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