Forensische Psychiatrie

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Stationäre Angebote

Zielgruppe

Das Zentrum für Stationäre Forensische Therapie der Klinik für Forensische Psychiatrie nimmt mit 79 Betten schwerpunktmässig zwei Aufgaben wahr:

  • Stationäre Therapie psychisch kranker Straftäterinnen und Straftäter im Rahmen gerichtlich angeordneter Massnahmen auf drei Sicherheits- sowie auf vier Massnahmestationen
  • Krisenintervention bei Straftäterinnen und Straftätern in Haft, durchgeführt im Sicherheitsbereich

Konzept

In unserer Arbeit kommen wir einer spannungsvollen Aufgabe nach: Einerseits zielen unsere integrativen Gruppen- und einzeltherapeutischen Konzepte auf die Verhinderung erneuter Delikte hin. Damit stehen wir im Dienst der gesellschaftlichen Sicherheit. Andererseits sind wir auch gegenüber den Patientinnen und Patienten in der Pflicht: Wir behandeln deren Krankheit, fördern Fähigkeiten und Ressourcen, bereiten die soziale und berufliche Wiedereingliederung vor und begleiten diese nach der Klinikentlassung.

Gerichtlich angeordnete stationäre Massnahmen stellen den Schwerpunkt der klinischen Arbeit dar. Sie werden bei Straftäterinnen und Straftätern durchgeführt, deren Delikt in einer schweren psychiatrischen Erkrankung begründet ist. Behandlungsziel ist die Deliktfreiheit mit entsprechender Resozialisierung. Dazu stehen auf drei Stationen insgesamt 27 Betten im Sicherheitsbereich zur Verfügung. Nach der initialen diagnostischen und kriminalprognostischen Abklärung und Akutbehandlung erfolgt die Verlegung auf eine der drei geschlossenen Massnahmestationen mit je 13 Betten. Eine offene Massnahmestation mit ebenfalls 13 Betten dient der Entlassungsvorbereitung.

Die Stationen arbeiten milieutherapeutisch. Ein interdisziplinäres Team sorgt für eine möglichst alltägliche soziale Situation, in der Eigenaktivitäten gefördert und Eigenverantwortung gestärkt werden. Das Stationsmilieu beinhaltet ein Stufenkonzept mit zunehmenden Vollzugslockerungen bei psychiatrischen und therapeutischen Erfolgen im Zuge der Deliktbearbeitung. Dabei findet regelmässig und in Zusammenarbeit mit den Vollzugsbehörden eine individuelle Gefährlichkeitseinschätzung unter Berücksichtigung anerkannter Prognosestandards statt.
Die individuellen Behandlungskonzepte werden gemäss aktuellen wissenschaftlichen Standards durch die abteilungsinterne Qualitätssicherung kontinuierlich geprüft und unter Berücksichtigung der Forschung über protektive und Risikofaktoren weiterentwickelt.

Kriseninterventionen bei Straftäterinnen und Straftätern in Haft werden im Sicherheitsbereich durchgeführt. Dazu nehmen wir Patientinnen und Patienten aus der Untersuchungshaft oder aus dem Strafvollzug auf, bei denen ein psychiatrisches Störungsbild manifest geworden ist, das im Gefängnis nicht mehr behandelt werden kann. Ziel der Behandlung ist eine Verbesserung des Umgangs des Patienten mit seiner Erkrankung, eine Veränderung seines Umgangs mit der Haftsituation und damit eine möglichst rasche Rückverlegung ins Gefängnis.

Behandlungsteam

Das multidisziplinäre Behandlungsteam arbeitet unter dualer Führung und setzt sich zusammen aus Fachkräften der Berufsgruppen Psychiatrie, Psychologie, Pflege, Physio- und Bewegungstherapie, Arbeits- und Ergotherapie sowie Soziale Arbeit.

Weiterführende Informationen