Die Kurzinterventionsprogramme (KIP) können für alle Deliktformen (u.a. Pornographie, Sexual-, Gewalt-, Vermögensdelikate) angewendet werden. Sie werden ohne medizinischen oder therapeutischen Charakter bzw. ohne den Status «Therapie/Behandlung» durchgeführt und können somit als Kurs (im Rahmen einer persönlichen Leistung Art. 23 Abs. 2 JStG) angeordnet werden.

Zielgruppe

Die Programme richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene ab zehn Jahren, bei denen ein Jugendstrafverfahren eröffnet oder bereits abgeschlossen wurde. Die Kurzintervention wird an den jeweiligen Deliktvorwurf angepasst. KIP eignet sich für Jugendliche, die weder eine Persönlichkeitsbeeinträchtigung noch eine psychische Störung aufweisen, über ein gutes Funktionsniveau in den Lebensbereichen verfügen und deren familiäres und soziales Umfeld intakt ist.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnehmenden müssen psychisch genügend stabil und absprachefähig sowie in der Lage sein, in einer thematisch orientierten Gruppe mitzuarbeiten. Es sind eine durchschnittliche Auffassungsgabe sowie genügend Deutschkenntnisse erforderlich.

Bedingungen für den Abschluss des Kurses sind die lückenlose Teilnahme, die aktive und produktive Beteiligung sowie die Erledigung allfälliger Hausaufgaben.

Behandlungsziele:

  • Wissensvermittlung über Inhalt und Zweck des jeweiligen Strafgesetzartikels (Deliktvorwurf) und mögliche rechtliche und sonstige Konsequenzen bei einem Rückfall
  • Auseinandersetzung mit den Folgen, unter denen (minderjährige) Opfer leiden (je nach Vorwurf adaptiert)
  • Analyse des eigenen bisherigen (Konsum-) Verhaltens und individueller künftiger Situationen, in denen ein erhöhtes Risiko für Rückfälle besteht
  • Erarbeitung konkreter und persönlicher Pläne, mit denen Rückfälle vermieden werden können

Zuweisung und Dokumentation

Die Jugendanwaltschaft verfügt die Intervention. Das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik verschafft sich eine Übersicht über den Fall. Das Ziel und die Inhalte des Programms werden vor Beginn mit dem Auftraggeber, den Teilnehmenden und ggf. deren Eltern besprochen. Nach Beendigung des Programms wird ein Kurzbrief/Information über Teilnahme und Erfolg des Programms zuhanden der Jugendanwaltschaft erstellt. Weitere Massnahmen können empfohlen werden.

Rahmen

Die Kurse finden je nach Indikation und Anmeldung einzeln oder in Gruppen von zwei bis fünf Personen statt. Sie werden – abhängig von der Gruppengrösse – von ein bis zwei Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt. Die Gruppe ist geschlossen: alle Teilnehmenden beginnen und beenden das Programm gleichzeitig. 

Dauer

Die Kurzintervention überschreitet die Maximalanzahl von sechs einmal wöchentlich stattfindenden Sitzungen à ca. 90 Minuten nicht und wird üblicherweise innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen. Im Falle juristischer Notwendigkeit bzw. nach Absprache kann die Kurzintervention innerhalb einer kürzeren Dauer durchgeführt werden.

Kursbeginn

Nach Absprache, kurze Wartezeiten

Ort

Durchführungsort ist das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik in Zürich.

Kosten

Die Kosten für das Programm übernehmen die Behörden.

So finden Sie uns

Zug: Bahnhof Zürich-Stadelhofen

Tram: Nr. 8, Haltestelle Englischviertelstrasse

 

 

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