Das Therapieprogramm für ein angemessenes Sexualverhalten (ThepaS) ist eine kognitiv-verhaltensorientierte sowie deliktpräventive Intervention für Jugendliche mit problematischem Sexualverhalten.

Zielgruppe

Das ThepaS richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die in einem Verfahren wegen Delikten gegen die sexuelle Integrität stehen oder standen. Das Therapieprogramm eignet sich insbesondere für Jugendliche, die Defizite in der Sexualentwicklung aufweisen und unter sozialen und kognitiven Defiziten oder mangelnder Selbstkontrolle leiden.

Teilnahmebedingungen

Die Teilnehmenden müssen psychisch genügend stabil und absprachefähig sowie in der Lage sein, in einer thematisch orientierten Gruppe mitzuarbeiten. Ausserdem sind eine durchschnittliche Auffassungsgabe sowie genügend Deutschkenntnisse erforderlich.

Bedingungen für den Abschluss des Kurses sind die lückenlose Teilnahme, die aktive und produktive Beteiligung sowie die Erledigung allfälliger Hausaufgaben.

Behandlungsziele

Durch Erkennen des eigenen problematischen Verhaltens und Einüben neuer Verhaltensstrategien soll das Rückfallrisiko gesenkt werden. Mittels themenspezifischer Module erfolgt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, Wertvorstellungen, dem eigenen Fehlverhalten und den damit verbundenen Verhaltensmustern.

Bei Abschluss des Therapieprogramms:

  • kennen die Jugendlichen die Folgen, die ihr problematisches Sexualverhalten für sich und die Opfer hat
  • kennen sie die rechtlichen Grundlagen
  • wissen sie besser über sich selbst und ihre Sexualität Bescheid;
  • verfügen sie über Kenntnisse und Fertigkeiten, angemessen mit potentiellen Sexualpartnern/-innen umgehen zu können
  • erkennen sie ihre risikoreichen Verhaltensweisen und können auf Problemstellungen angemessener reagieren

Zuweisung und Dokumentation

Die Jugendanwaltschaft verfügt die Intervention. Die Kinder- und Jugendforensik führt vor der Aufnahme der Jugendlichen eine Eignungsabklärung durch. Das Ziel und die Inhalte des Programms werden vor Beginn mit dem Auftraggeber, den Teilnehmenden und ggf. deren Eltern besprochen. Es wird eine Behandlungsvereinbarung von allen Beteiligten unterschrieben, in welchem Rechte und Pflichten festgelegt werden.

Nach Beendigung des Programms wird ein Bericht zuhanden der Jugendanwaltschaft erstellt. Weitere Massnahmen können empfohlen werden.

Rahmen

Die Kurse finden je nach Indikation und Anmeldung in Gruppen von zwei bis fünf Personen statt. Sie werden – abhängig von der Gruppengrösse – von ein bis zwei Therapeutinnen oder Therapeuten des Zentrums der Kinder- und Jugendforensik durchgeführt. Die Gruppe ist geschlossen: alle Teilnehmenden beginnen und beenden das Therapieprogramm gleichzeitig. 

Dauer

Die rund 14 Sitzungen dauern ca. zwei Stunden und finden wöchentlich statt. Je nach Einzelfall und Gruppenprozess kann die Anzahl Sitzungen und deren Länge minimal variieren.
Nach drei und/oder sechs Monaten wird eine Auffrischungssitzung durchgeführt.

Kursbeginn

Die Kurse beginnen im Frühling und Herbst sowie nach Absprache.

Ort

Durchführungsort ist das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik in Zürich.

Kosten

Die Kosten für das Programm übernehmen die Behörden.

So finden Sie uns

Zug: Bahnhof Zürich-Stadelhofen

Tram: Nr. 8, Haltestelle Englischviertelstrasse

 

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