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KOMPASS – Zürcher Kompetenztraining für Jugendliche und junge Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störungen

Für Menschen mit Asperger-Syndrom oder anderen Formen von High-Functioning-Autismus stellen sich im Alltag grosse Probleme. Sie sind meist in Regel- oder Kleinklassen integriert und absolvieren reguläre Ausbildungen. Ihre Schwierigkeiten sind häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar. Trotzdem erfahren sie oft auf schmerzhafte Art, dass sie «anders» sind. Manche finden zum Beispiel keine Freunde oder werden geplagt, andere vermeiden Kontakte zu Gleichaltrigen.


Betroffene Jugendliche und junge Erwachsene sollen in den KOMPASS-Gruppen konkrete Verhaltensskripts zur Bewältigung sozialer Alltagssituationen, aber auch das dazu gehörende soziale Verständnis erlernen. Wir versuchen, ihnen das soziale Wissen und die sozialen Fertigkeiten, welche andere Menschen intuitiv über Erleben erlernen, explizit beizubringen. KOMPASS soll den Teilnehmern eine bewusste, kontextabhängige Wahl aus verschiedenen sozialen Verhaltens- und Kontaktalternativen ermöglichen. KOMPASS geht davon aus, dass soziale Fertigkeiten bewusst gelernt und intellektuell nachvollzogen werden kann. Dabei werden die Stärken von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Stärkung (ASS) genutzt und die neuropsychologischen Besonderheiten berücksichtigt. In der Gruppentherapie sollen die Teilnehmer sich und Andere besser verstehen lernen. Unter der Anleitung erfahrener Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten üben sie das, was ihnen schwer fällt: den Umgang mit Gleichaltrigen.


Das Gruppentraining KOMPASS geht themenorientiert vor Der Ablauf des Trainings ist struktiert. Die sozialen Fertigkeiten sowie das entsprechende Hintergrundwissen werden auf Informationsblättern zusammengestellt und abgegeben. So verfügen die Betroffenen, aber auch deren Eltern und Lehrpersonen/Ausbildner, über eine Vorlage für das zu erlernende Verhalten sowie über die notwendigen Hintergrundinformationen.


Das KOMPASS-Projekt läuft seit April 2004 und wurde von 2005-2017 evaluiert. Durch die Gruppentherapie sind deutliche Veränderungen im Verhalten erkennbar, die sich auch im Alltag generalisieren, und die Möglichkeiten zur sozialen Interaktion haben sich klar verbessert.

Stand: 10. Dezember 2018