Fachentwicklung - der Schlüssel zur Professionalisierung
Mit der Investition in die fachliche Weiterentwicklung werden zwei Ziele verfolgt: Einerseits wird ein entscheidender Beitrag zur Versorgungsqualität geleistet, die massgeblich durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Krankheitsbildern und deren Behandlungen sowie durch sich verändernde Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten beeinflusst wird. Andererseits werden mit einer aktiv betriebenen Fachentwicklung die beruflichen Perspektiven für Mitarbeitende aufgezeigt, was die Arbeitsplatzattraktivität und die Positionierung des Betriebs – insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels – weiter steigert.
Ursula Bregenzer, Leiterin Kompetenzzentrum Fachentwicklung Versorgung
Mit dem Kompetenzzentrum Fachentwicklung Versorgung in der Direktion Pflege, Therapien und Soziale Arbeit wird die fachliche Weiterentwicklung in den Tätigkeitsfeldern der verschiedenen Gesundheitsberufe sowie im erweiterten interprofessionellen Kontext koordiniert, gefördert und begleitet. Um den Fokus von «best practice» zu verfolgen, muss Wissen in einem ständigen Prozess gewonnen und adaptiert werden. Dafür wird die Wirksamkeit von Entwicklungsprojekten auf der Grundlage von wissenschaftlichen Methoden evaluiert und für die direkte Arbeit mit Patientinnen und Patienten aufbereitet.
Bestehendes Wissen und vorhandene Erfahrungen aktiv nutzen
Das Wissens- und Erfahrungspotential von Mitarbeitenden wird genutzt, um neue Wege zu finden, die Versorgung wirkungsvoller, zielgerichteter und patientenorientierter gestalten zu können. Durch den aktiven Einbezug von Mitarbeitenden und Teams in die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachpersonen werden praxisrelevante Prozess- und Lösungswege geschaffen. Ebenso schulen Fachspezialisten Mitarbeitende laufend zu Schwerpunktthemen der Psychiatrie wie beispielsweise Deeskalations- und Aggressionsmanagement, Suizidprävention und lebensrettende Sofortmassnahmen. Insgesamt wurden 2022 rund 44 Schulungen in Deeskalations- und Aggressionsmanagement und 40 Instruktionsveranstaltungen für Reanimations- und Notfallmassnahmen durch das Kompetenzzentrum Fachentwicklung Versorgung durchgeführt.
Höhere Qualifikationen für Schlüsselrollen
Im Rahmen des Kompetenzzentrums Fachentwicklung Versorgung werden akademisch ausgebildete Pflegefachpersonen, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Sozialarbeitende für die Ausübung von spezifischen Schlüsselrollen aufgebaut. Die sogenannten Advanced Practice Nurses (APN), Advanced Practice Therapists (APT) und Advanced Practice Social Workers (APS) sind Fachpersonen mit einem Master of Science-Hochschulabschluss. Sie kommen als themenleitende Fachpersonen zur Unterstützung von Mitarbeitenden und interprofessionellen Teams oder in äusserst komplexen Patientensituationen in der direkten Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten zum Einsatz. Im Rahmen eines langfristig ausgerichteten Programms wird so zurzeit der Recovery-Ansatz im interprofessionellen Kontext und innerhalb der Zusammenarbeit mit Betroffenen im Praxisalltag vertieft und wissenschaftlich evaluiert.
Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und Universitäten bezüglich der praktischen Ausbildung von akademischem Fachpersonal. Im vergangenen Jahr hat das Kompetenzzentrum Fachentwicklung Versorgung je eine Masterthesis von Studierenden der Pflege und Physiotherapie inhaltlich und fachlich begleitet sowie drei Studierende rund sechzig Tage lang bei ihrem Forschungspraktikum betreut. In methodischer Hinsicht begleitet das Fachkompetenzzentrum aktuell eine Dissertation, die sich mit der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Psychiatrie beschäftigt.