Jahresabschluss
Zum ersten Mal in der Geschichte der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich wurde mit CHF 310 Mio. die Umsatzschwelle von CHF 300 Mio. überschritten. Trotz den verschiedenen Herausforderungen konnte das Ergebnis auf Stufe Betriebsergebnis I (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr auf CHF 18 Mio. gesteigert werden. Bereinigt um rund CHF 0.65 Mio. periodenfremde Erträge entspricht dies einer sehr erfreulichen EBITDA-Marge von 5.6 %. Auch das Jahresergebnis der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich liegt für das Jahr 2025 mit CHF 4.8 Mio. deutlich über dem Vorjahr. Bereinigt um die periodenfremden Erträge liegt das Ergebnis bei CHF 4.2 Mio.
Markus Voegeli, Stv. CEO und Direktor Finanzen und Services, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück.
Das Jahr 2025 stand im Zeichen einer sehr hohen stationären Auslastung und verschiedener Initiativen, das ambulante Therapieangebot weiter auszubauen. Mit rund 400 zusätzlichen Patiententagen im Vergleich zum bereits sehr stark belegten Vorjahr erreichte die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich eine kritische Belastungsgrenze, die vor allem auch das Personal vor grosse Herausforderungen stellte.
Der in den letzten Jahren geplante strategische Vorstoss, klinikübergreifend ein für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende gleichermassen attraktives Grossambulatorium mit umfassenden ambulanten, tagesklinischen und aufsuchenden Angeboten in Zürich-Oerlikon zu eröffnen, konnte Anfang April 2025 erfolgreich in die Tat umgesetzt werden. «im Quadro» ist gut gestartet und bietet auf über 3’000 m2 Fläche sowie in rund 50 Behandlungsräumen ein breites Spektrum an Therapien an.
Entwicklung der Erträge
Im Frühjahr 2025 konnten die Tarife mit einem Teil der Tarifpartner leicht angehoben werden. Dank dieser Erhöhung und einer weiteren Steigerung der Auslastung um rund 400 Patiententage auf 98.9 % wuchsen die stationären Patientenerträge von CHF 173.9 Mio. im Vorjahr auf CHF 178.4 Mio. im Berichtsjahr. Dies stellt vor dem Hintergrund der zähen Tarifverhandlungen im stationären Geschäft und der kritisch hohen Auslastung einen absoluten Rekord dar.
Das ambulante Angebot wurde v.a. in der Erwachsenen- sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Rahmen der Möglichkeiten weiter ausgebaut. Im April konnte das Grossambulatorium «im Quadro» planmässig eröffnet werden und erreichte im Berichtsjahr mit einem breiten Angebot bereits CHF 17.4 Mio. Umsatz. Gesamthaft verzeichnete die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich ein ambulantes Wachstum von insgesamt rund 16 % auf CHF 66.1 Mio.
Ebenfalls dank der Eröffnung des Grossambulatoriums «im Quadro » konnte das tagesklinische Geschäft um rund 12 % auf über 50’000 Tages- und Halbtagespauschalen gesteigert werden.
Entwicklung der Kosten und Deckungsbeiträge der Kliniken
Personalkosten machen nach wie vor rund 80 % der Gesamtkosten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich aus. Die ausserordentlich hohe Auslastung macht es nötig, dass Abwesenheiten (Krankheit, Ausbildung etc.) und unbesetzte Stellen durch einen internen Pool oder externes Temporär-Personal kompensiert werden müssen. Zusätzlich ist es in gewissen Bereichen der Alterspsychiatrie sehr schwierig, qualifiziertes Personal rekrutieren zu können. Trotzdem konnte der Personalaufwand im stationären Geschäft dank deutlich mehr internen Pooleinsätzen praktisch auf Vorjahresniveau gehalten werden. Aufgrund der leicht höheren Tarife und der noch einmal erhöhten Auslastung verbesserte sich der stationäre Deckungsbeitrag im Vergleich zum Vorjahr in allen vier Kliniken.
Der Grossteil der Personalkostensteigerung (ca. CHF 9.5 Mio.) ist dem geschilderten Ausbau des ambulanten Angebots geschuldet. Neben der reinen Ausweitung des Behandlungsangebots liegt der Fokus auf einer verbesserten Produktivität bzw. der Steigerung der abrechenbaren Therapiestunden. Da sich die finanzielle Unterstützung des Kantons Zürich mehrheitlich an den ungedeckten ambulanten Kosten und nicht an den erbrachten Leistungen orientiert, beeinflussen erfolgreiche Anstrengungen auf der Aufwandseite die finanzielle Performance der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich nur beschränkt.
Die jedes Jahr steigenden Aufwendungen im Zusammenhang mit den Planungsarbeiten für die Projekte Neubauten Lengg und der Sanierung der bestehenden überalterten Infrastruktur belasten das operative Ergebnis allein mit Personal- und Beratungskosten von deutlich über CHF 1 Mio.
Die übrigen Sachkosten entwickelten sich im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau. Eine Ausnahme bilden die zusätzlichen Mietaufwendungen für die Infrastruktur des Grossambulatoriums «im Quadro» in Zürich-Oerlikon.
Immobilien / Neubauprojekte
Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich wurde 2018 als öffentlich- rechtliche Anstalt verselbstständigt. Der Kanton Zürich übertrug die Spitalimmobilien zu Buchwerten an diese. Die Buchwerte wurden mit einer Dotationskapitalerhöhung bis zu einer Eigenkapitalquote von 60 % und einem Kantonsdarlehen ausgeglichen. Zum Übertragungszeitpunkt lag der Buchwert des Immobilienportfolios bei knapp 30 % des kalkulatorischen Neuwerts mit einem entsprechenden Bedarf an Investitionen in den Unterhalt wie auch in die Erneuerung. 2025 liess die Gesundheitsdirektion die seit der Immobilienübertragung anfallenden tariflich nicht gedeckten Immobilienkosten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich untersuchen und mit einem Gutachten plausibilisieren. Sie fallen im laufenden Investitionszyklus (2018 bis 2038) an und belaufen sich auf CHF 539 Mio. Mehraufwand in der Investitionsrechnung. Ursachen sind u.a. fehlende Reserven zur Behebung des Instandsetzungsstaus zum Zeitpunkt der Übertragung der Immobilien, Mehrkosten infolge Denkmalschutzes und Mehrkosten für Rochaden und Provisorien während dem geplanten Neubau. Hinzu kommen rund CHF 136 Mio. Mehraufwände bedingt durch Gebäudestrukturen, die einen effizienten Spitalbetrieb erschweren, die direkt die Erfolgsrechnung belasten. Um die tariflich nicht gedeckten Kosten zur Finanzierung des ausgewiesenen Investitionsstaus tragen zu können, wird die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich – falls erforderlich – auf den Kanton Zürich zugehen, damit eine gemeinsame Finanzierungslösung geprüft werden kann.
Bilanz und Geldflussrechnung
Dank dem soliden operativen Resultat und einer weiteren Verbesserung der Bewirtschaftung des Nettoumlaufvermögens konnte ein sehr erfreulicher operativer Cashflow in der Höhe von CHF 21.5 Mio. (Vorjahr CHF 12.3 Mio.) erreicht werden. Damit liessen sich sämtliche Investitionen in der Höhe von CHF 11.8 Mio. aus dem operativen Cashflow finanzieren und gleichzeitig konnten die Fremdkapitalausstände reduziert werden. Der Eigenkapitalratio befindet sich mit hohen 60.9 % auf dem Niveau von 2018, dem Jahr der Verselbstständigung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.
Ausblick
Trotz eines grundsätzlich erfreulichen Jahresresultats im Berichtsjahr bleiben die Herausforderungen bestehen. Einerseits ist die Auslastungsgrenze im stationären Angebot erreicht und profitables Wachstum ist hier nicht mehr möglich. Gleichzeitig belastet das zunehmend wichtiger werdende ambulante Geschäft die Profitabilität weiter. Zudem steigen die Planungsaufwendungen für die kommenden anspruchsvollen und umfangreichen Infrastrukturprojekte Jahr für Jahr und belasten, solange nicht im Rahmen eines Projektes aktivierbar, die Versorgungsrechnung zusätzlich.
Die 2025 verabschiedete Strategie 2030 der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich adressiert diese Herausforderungen mit Initiativen in den Bereichen Digitalisierung, Produktivitätsverbesserungen in allen Angebotskategorien und der Etablierung einer auf Erfolg fokussierten Führungskultur.