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Ökologische Nachhaltigkeit

Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich verfolgte auch im Jahr 2025 ihre Bestrebungen zur klimaschonenden Energiegewinnung, zum Abbau der Treibhausgase sowie zum sinnvollen Einsatz und zum Recycling von Rohstoffen weiter. Zudem stand das optimierte Abfallmanagement, die weitere gezielte Reduktion von Transporten sowie der bewusste Einsatz ökologisch verträglicher Produkte im Fokus der Anstrengungen zur kontinuierlichen Verbesserung der Nachhaltigkeit.

Walter Knup, Leiter Hotellerie, Stefan Hofmann, Leiter Infrastruktur und Technik, und Hans Peter Brunner, Leiter Supply Chain Management

Walter Knup, Leiter Hotellerie, Stefan Hofmann, Leiter Infrastruktur und Technik, und Hans Peter Brunner, Leiter Supply Chain Management

Effizienter Energieverbrauch mit Zielsetzung bis 2028

Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich hat für ihre beiden grössten Standorte an der Lenggstrasse in Zürich seit 2009 und in Rheinau seit 2013 eine Zielvereinbarung mit dem Kanton Zürich als Grossverbraucher gemäss § 13a Abs. 2 des kantonalen Energiegesetzes. Der Kanton Zürich verfolgt damit eine höhere Energieeffizienz beim Einsatz von Strom und Wärmeenergie sowie eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Mit dieser Vereinbarung verpflichtet sich die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, die Energieeffizienz um 2 % pro Jahr zu steigern. Sie befindet sich in der zweiten Zehnjahresperiode dieser Vereinbarung und hat im Jahr 2025 bereits einen Energieeffizienzwert von 183.2 % bei einer Zielvorgabe von 144.8 % bis ins Jahr 2028 erreicht. Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich beschafft zudem seit 2019 zusammen mit der Universität Zürich Strom mit dem Herkunftsnachweis «Wasserkraft Europa».

Energienutzung aus Sonnenenergie

Am Standort Männedorf betreibt die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich eine Photovoltaik- sowie eine Solarthermieanlage. Diese beiden Technologien nutzen die Sonnenenergie zur Energieerzeugung. Die Photovoltaikanlage lieferte 2025 25’130 kWh Strom, was 12.6 % des Strombedarfs vor Ort entspricht. Mit dieser Strommenge können im Jahr circa zehn Einfamilienhäuser versorgt werden. Mit der Solarthermieanlage konnten bei der Warmwasseraufbereitung 20’600 kWh Gas eingespart werden. Dies entspricht 10% des Gasverbrauchs des Standorts.

Treibhausgasreduktion bei der Wärmeerzeugung

Am Standort Rheinau konnte 2025 bei der Wärmeerzeugung durch die Substitution von Heizöl mittels Wärmepumpe beziehungsweise mit dem Holzkessel der CO2-Ausstoss um 1’124 Tonnen gegenüber dem Referenzbezug aus dem Jahr 2013 reduziert werden.

An der Lenggstrasse in Zürich konnte im Berichtsjahr durch den Einsatz von Erdgas mit 40 % Biogasanteil eine CO2-Reduktion von 453 Tonnen gegenüber dem Referenzbezug im Jahr 2013 erreicht werden.

2026 wird der Standort Männedorf von Gas- auf Wärmepumpenheizung mit Erdsonden umgestellt. Dank dieser Massnahme wird eine CO2-Reduktion von 34 Tonnen realisiert werden können.

Regenwassernutzung

Ebenfalls am Standort Lenggstrasse in Zürich wurden im Geschäftsjahr 2025 2'861 m3 Regenwasser in drei Trakten für die WC-Spülung sowie im Wirtschaftstrakt für die Lingerie eingesetzt. Diese Menge an Wasser entspricht 11 % des Frischwasserverbrauchs vor Ort.

Am Standort Minervastrasse in Zürich wurden für die WC-Spülung 987 m3 Regenwasser eingesetzt, was 31.5 % des Frischwasserverbrauchs vor Ort entspricht.

Mobilität

Die Flotte an CO₂-effizienten Fahrzeugen für die Einsätze der aufsuchenden Angebote der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich wurde im Berichtsjahr auf das neue Grossambulatorium «im Quadro» in Zürich-Oerlikon erweitert. Die vor Ort installierten und aufgeschalteten Ladestationen für Elektrofahrzeuge werden täglich genutzt.

Im Rahmen des Mobilitätskonzepts steht die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich in regelmässigem Kontakt mit ihren ÖV-Partnern, um das Angebot für die Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen wie auch für die Mitarbeitenden stetig zu verbessern und attraktiver zu gestalten. So leisten diverse Massnahmen und Aktionen einen Beitrag, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern.

Logistik

Die Belieferung der Stationen und Standorte der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich mit Medikamenten und Verbrauchsmaterialien erfolgt durch die interne Versorgungslogistik. Mittels einer laufenden Beurteilung und Optimierung der Routen sowie der Bündelung der Lieferungen auf bestimmte Tage konnten die Anzahl Fahrten weiter reduziert und die Kilometer-Leistung der Fahrzeuge angepasst werden.

Naturnahe Umgebungsgestaltung

Die Aussenanlage der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich am Standort Lenggstrasse in Zürich mit 222'000 m2 weist eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Grünflächentypen auf. Während der Eingangsbereich und die Innenhöfe gärtnerisch eher intensiv mit Wechselflor, Staudenbepflanzungen, Ziergehölzen und Kletterpflanzen bepflanzt werden, befinden sich an der Peripherie weitläufige, ökologisch wertvolle Biotope wie Blumenwiesen, alte Baumbestände, ein Obstgarten mit Schafweiden, Buntbrachen und Kleinstrukturen. Auch die Dachbegrünungen und die älteren Gebäude mit vielen Nischen und Nisthilfen führen zu einer Gesamtbeurteilung des Areals «Burghölzli» mit sehr hohem ökologischen Wert.

Die Aussenanlage in Rheinau mit 92'000 m2 zeigt gut sichtbar eine differenzierte Grünflächenpflege von den eher intensiv gepflegten Flächen im Zentrum der Anlage inklusive Fussballfeld bis zu den extensiven Flächen an der Peripherie mit Wiesen und Hecken. Dies ergibt eine sehr abwechslungsreiche Aussenanlage, die einen optimalen Erholungsort für die Nutzenden darstellt. Die vielen grossen Bäume schaffen eine wohltuende und beruhigende Atmosphäre. Zudem kühlen und reinigen sie die Luft. Aus diesen Gründen werden diese beiden Standorte bereits seit Jahren wiederholt durch die Stiftung «Natur & Wirtschaft» zertifiziert und mit ihrem Qualitätslabel ausgezeichnet.

Beschaffung

Die Basis für die Beschaffungspolitik an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich umfasst eine zuverlässige Versorgung der Klinik mit Gütern und Dienstleistungen bei gleichzeitig hoher Qualität sowie tiefen Kosten. Der Fokus wird dabei auf nachhaltig produzierte Güter gelegt. Die Vereinheitlichung und Zentralisierung der Beschaffungsprozesse über sämtliche Standorte hinweg hat zur Folge, dass sich die Anlieferungen externer Partner auf wenige Abladeorte konzentrieren. Dies führt zu reduzierten Transporten und grösseren Anliefermengen pro Lieferant. Zudem sind kontinuierliche Bestrebungen im Gange, die Entsorgung der Abfälle nach ökologischen Kriterien auszubauen. Durch die Installation weiterer Wasserstationen mit Frischwasser hat sich der Einsatz von ein Liter PET-Flaschen zusätzlich verringert.

Abfallmanagement

Das neue Abfallkonzept der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich befindet sich aktuell in einer Pilotphase. Ziel ist es zu prüfen, ob und in welcher Form zentrale Sammelbehälter standortspezifisch sinnvoll eingeführt werden können. Die Testphase dauert voraussichtlich mindestens drei bis sechs Monate, damit belastbare Ergebnisse zu Nutzung, Akzeptanz, Hygiene und Effizienz gewonnen werden können.

Im Grossambulatorium «im Quadro» in Zürich-Oerlikon wird dieses System seit der Eröffnung im Frühling 2025 angewendet. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv und umfassen eine deutliche Reduktion der Plastiksäcke, effizientere Reinigungsabläufe sowie einen geringeren Zeitaufwand bei der Entsorgung. Die dadurch frei werdenden Ressourcen können zugunsten patientennaher Leistungen eingesetzt werden.

Reinigung, Wäsche und Berufskleidung

Im Bereich Reinigung und Wäscherei wurden im Berichtsjahr Produkte und Beschaffungswege überprüft und angepasst. Der Fokus liegt stärker auf langlebigen sowie ressourcenschonenden Materialien und optimierten Einsatzmengen. Dadurch werden Materialverbrauch, Transportaufwand und Ersatzbeschaffungen reduziert, ohne die Qualitäts- und Hygienestandards zu beeinträchtigen.

Auch bei der Berufskleidung wird vermehrt auf Anbieter aus der Schweiz und Europa gesetzt, um Transportwege zu verkürzen, Lieferketten transparenter zu gestalten und nachhaltigere Produktionsstandards zu berücksichtigen.

Verpflegung und Restaurantbetriebe

Der Standort Männedorf wird durch den Hauptproduktionsstandort Lenggstrasse in Zürich beliefert, wodurch Produktionsressourcen gebündelt und die Infrastruktur effizient genutzt werden können. In den Restaurantbetrieben wurden die Bestellmengen angepasst, um Food Waste gezielt zu reduzieren.

Runder Tisch

Im Juni 2025 fand auf Einladung der Gesundheitsdirektion Zürich ein runder Tisch zum Thema Kreislaufwirtschaft statt. Die somatischen Spitäler wurden durch das UniversitätsSpital Zürich und das Kantonsspital Winterthur vertreten, für die psychiatrischen Kliniken nahmen die integrierte Psychiatrie Winterthur sowie die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich teil. Auslöser für diesen Austausch war einerseits ein Postulat[1], das zur Bearbeitung bei der Gesundheitsdirektion vorlag, andererseits erwies sich das Treffen auch als eine gute Gelegenheit zum Austausch untereinander zu Themenbereichen der Nachhaltigkeit sowie zum diesbezüglichen aktuellen Umsetzungsstand der einzelnen Institutionen.

In erster Linie stellten die Teilnehmenden vor, welche konkreten Massnahmen sie im Bereich der Kreislaufwirtschaft bereits umsetzen. So betreiben alle Spitäler Photovoltaik-Anlagen. Als weiteres Beispiel verfolgen sie ein «Too-good-to-Go»-System in ihren Restaurationsbetrieben, bei dem ab einer gewissen Uhrzeit die Produkte preislich heruntergeschrieben werden, damit sie noch gleichentags gekauft und nicht entsorgt werden müssen.

Zudem konnte festgestellt werden, dass es fachlich bedingte Unterschiede zwischen den somatischen Spitälern und den psychiatrischen Kliniken gibt. So stehen bei den somatischen Spitälern beispielsweise Zertifizierungen sowie spezifische Themen im Bereich der Anästhesie im Vordergrund, die in dieser Form bei den psychiatrischen Kliniken nicht bestehen. Ebenfalls haben diejenigen Institutionen mit Neubauten - verbunden mit den damit einhergehenden Auflagen wie z.B. Minergiestandards - bereits weiterführende Massnahmen umgesetzt.

Gesamthaft lässt sich das Fazit ziehen, dass die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich bereits erfolgreich zahlreiche wegweisende Anstrengungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft umsetzt und hinsichtlich einer nachhaltigen Ausrichtung gut unterwegs ist.


[1] Auszug aus dem Postulat KR-Nr. 384/2021: «Der Regierungsrat wird eingeladen, in einem Konzept darzulegen, mit welchen direkten und/oder indirekten Massnahmen die Gesundheitsdirektion in ihren Abteilungen und kantonsnahen Betrieben eine grösstmögliche und konsequente Kreislaufwirtschaft fördern resp. sich für deren Umsetzung einsetzen kann.»

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