Spitalinfrastruktur und
-neubauten
Die Infrastruktur der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich stellt eine wesentliche Grundlage für die Erbringung wissenschaftlich basierter, individualisierter und qualitativ hochwertiger Behandlungen hinsichtlich sämtlicher psychischer Störungsbilder und über die gesamte Lebensspanne sicher. Zudem ermöglicht sie zukunftsweisende Forschung und moderne Lehre.
Angesichts sich stetig verändernder Anforderungen an die medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung, steigender Erwartungen seitens der Patientinnen und Patienten, ihrer Angehörigen sowie weiterer Anspruchsgruppen an eine zeitgemässe Infrastruktur sowie aufgrund von Weiterentwicklungen in Wissenschaft und Technik wird die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich mit ihrem historisch gewachsenen Immobilienportfolio, der hohen Anzahl an Standorten sowie den sanierungsbedürftigen, denkmalgeschützten Altbauten ihrem Leistungsauftrag in absehbarer Zeit nicht mehr genügend nachkommen können. Eine kontinuierliche infrastrukturelle Erneuerung ist deshalb unabdingbar, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen effektiv und zum Wohle der Patientinnen und Patienten begegnen zu können.
Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich hat eine umfassende Standortstrategie und Erneuerung der Infrastruktur eingeleitet, welche die Basis für eine zukunftsgerichtete, effiziente und patientenorientierte psychiatrische Gesundheitsversorgung legen.
Tariflich nicht gedeckte Immobilienkosten
Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich wurde 2018 als öffentlich-rechtliche Anstalt verselbstständigt. Der Kanton Zürich übertrug die Spitalimmobilien zu Buchwerten an diese. Die Buchwerte wurden mit einer Dotationskapitalerhöhung bis zu einer Eigenkapitalquote von 60% und einem Kantonsdarlehen ausgeglichen. Zum Übertragungszeitpunkt lag der Buchwert des Immobilienportfolios bei knapp 30 % des kalkulatorischen Neuwerts mit einem entsprechenden Bedarf an Investitionen in den Unterhalt wie auch in die Erneuerung.
2025 liess die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die seit der Immobilienübertragung anfallenden tariflich nicht gedeckten Immobilienkosten der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich untersuchen und mit einem Gutachten plausibilisieren. Sie fallen im laufenden Investitionszyklus (2018 bis 2038) an und belaufen sich auf CHF 539 Mio. Mehraufwand in der Investitionsrechnung. Ursachen sind unter anderem fehlende Reserven zur Behebung des Instandsetzungsstaus zum Zeitpunkt der Übertragung der Immobilien, Mehrkosten infolge Denkmalschutzes und Mehrkosten für Rochaden und Provisorien während dem geplanten Neubau. Hinzu kommen rund CHF 136 Mio. Mehraufwände bedingt durch Gebäudestrukturen, welche einen effizienten Spitalbetrieb erschweren, die direkt die Erfolgsrechnung belasten. Um die tariflich nicht gedeckten Kosten zur Finanzierung des ausgewiesenen Investitionsstaus tragen zu können, wird die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich − falls erforderlich − auf den Kanton zugehen, damit eine gemeinsame Finanzierungslösung geprüft werden kann.
Zwischeninstandsetzung
In den nächsten Jahren sind an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich relevante Investitionen zur Behebung des Investitionsstaus im Bereich der notwendigen Instandhaltung und Instandsetzung des Immobilienportfolios sowie auch für Neubauten geplant. Zur Sicherstellung des reibungslosen und marktkonformen Betriebs wird die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich hierzu im Zeitraum zwischen 2027 bis 2029 diverse konkrete Massnahmen umsetzen.
Neubauten am Standort Lenggstrasse
Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich plant zur Effizienzsteigerung die Reduktion ihrer stationären Standorte mittels Zentralisierung am Standort Lenggstrasse in Zürich. Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Erwachsenenpsychiatrie und der Alterspsychiatrie sollen zusammengeführt und damit infrastrukturelle wie auch betriebliche Synergien genutzt werden. Zur Umsetzung dieser Zielsetzungen sind Neubauten auf der Parzelle Karl-Stauffer-Strasse sowie Lengg (Lengg Ost und Lengg West) geplant, welche die Anforderungen an eine zukunftsorientierte psychiatrische Behandlung erfüllen. Durch die Berücksichtigung nachhaltiger Bau- und Betriebskonzepte sollen dabei nicht nur die medizinische Versorgung optimiert, sondern auch ein modernes und attraktives Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden geschaffen und gleichzeitig die betriebliche Effizienz gesteigert werden.
Aktuell wird mittels eines einstufigen Studienauftrags mit Präqualifikation ein geeignetes Generalplanerteam (Architektur, Landschaftsarchitektur und Baumanagement) gesucht, das mit seinem Entwurf eine qualitativ hochwertige, funktional überzeugende und städtebaulich verträgliche Lösung erarbeitet. Das Beurteilungsgremium setzt sich aus einem Fachgremium (namhafte Architekten, Vertretende des Amts für Städtebau, der Grün Stadt Zürich sowie des Kantonalen Amts für Raumentwicklung) und aus einem Sachgremium (Vertretende der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich) zusammen. Die Ergebnisse des Studienauftrags mit Plänen und Visualisierungen liegen voraussichtlich Ende März 2026 vor.
Neubauten am Standort Rheinau
Neubau «Erweiterung stationäre Behandlungsplätze»
Der Neubau mit 39 stationären Behandlungsplätzen «mittlerer Sicherheit» soll die aktuell bestehende Lücke zwischen den Sicherheits- und den Massnahmestationen in der forensischen Psychiatrie schliessen. Ziel ist es, die Behandlung der forensischen Patientinnen und Patienten optimal an den jeweiligen Betreuungs- aber auch Kontrollbedarf anpassen zu können, was sowohl den Sicherheitsinteressen der Gesellschaft als auch der Resozialisierung der Patientinnen und Patienten dient. Baustart ist anfangs 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Herbst 2029. Der Bauentscheid liegt bereits vor und ist rechtskräftig.
Ersatzneubau «hohe Sicherheit»
Das im Jahr 2007 in Betrieb genommene Gebäude 59 «hohe Sicherheit» wird in den kommenden Jahren aus baulichen sowie betrieblichen Gründen das Ende seiner Lebensdauer erreichen. Als Ersatz ist ein Neubau für den Bereich «hohe Sicherheit» vorgesehen, der direkt an den Bereich «mittlere Sicherheit» anschliessen wird. Dieser Neubau wird drei Stationen mit insgesamt 27 Betten umfassen.