<img height="1" width="1" style="display:none" src="https://www.facebook.com/tr?id=839018030151255&amp;ev=PageView&amp;noscript=1">

Fachstelle Sexuelle Gesundheit

Im Jahr 2025 konnten die Präventionsangebote der Forensischen Psychiatrie und Psychotherapie im Bereich der sexuellen Präferenzstörungen weiter ausgebaut werden.

Fanny de Tribolet-Hardy, Leiterin Fachstelle Sexuelle Gesundheit

Fanny de Tribolet-Hardy, Leiterin Fachstelle Sexuelle Gesundheit

So gelang es per Anfang 2025, die Versorgung im Rahmen der Präventionsstelle Pädosexualität bzw. des Projekts[1] «kein Täter werden» auch im Kanton Luzern anzubieten. Analog zum bestehenden Angebot im Kanton Zürich - das 2021 mit Unterstützung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich eingerichtet wurde - sowie im Fürstentum Liechtenstein besteht damit nun auch für die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons Luzern ein kostenloses und niederschwelliges therapeutisches Beratungs- und Behandlungsangebot für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, darunter leiden und Hilfe suchen. Weiter werden Öffentlichkeitsarbeit, Fort- und Weiterbildung von Fachpersonen sowie beraterische Unterstützung von Fachpersonen angeboten. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Luzerner Psychiatrie konnte damit ein zweiter Behandlungsstandort etabliert werden.

Sprechstunde im Auftrag der Katholischen Kirche

Als neues Angebot wurde im September 2025 im Auftrag der Katholischen Kirche des Kantons Zürich die „Sprechstunde für psychische und sexuelle Gesundheit“ ins Leben gerufen. Hintergrund für dieses therapeutische Angebot bilden die internationalen und nationalen Aufarbeitungsprozesse von sexuellen Missbrauchshandlungen im klerikalen Umfeld sowie insbesondere die Zürcher Studie „Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz“[2]. Neben der erforderlichen institutionellen Aufarbeitung vergangener Grenzverletzungen und Übergriffe wurde dabei der Bedarf an systemisch verankerten Präventionsstrukturen ausgewiesen. Die Katholische Kirche des Kantons Zürich trägt diesem gesellschaftlichen wie auch organisationsinternen Präventionsauftrag durch die Einrichtung einer Sprechstunde Rechnung. Die Sprechstunde ist als dreijähriges Pilotprojekt konzipiert und folgt einem niederschwelligen präventionsorientierten sowie ressourcen- und risikosensiblen Ansatz. Das Angebot richtet sich an sämtliche Mitarbeitenden der Katholischen Kirche des Kantons Zürich und steht diesen anonym sowie kostenfrei zur Verfügung.

Ziel ist es, frühzeitig belastende oder konflikthafte Entwicklungen zu adressieren und präventiv wirksame Unterstützung bereitzustellen. Im Rahmen des Beratungs- und Behandlungsangebots wird eine fachlich begleitete Reflexion vielfältiger Fragestellungen im Kontext von Sexualität, psychischer Gesundheit sowie individueller und institutioneller Konfliktdynamiken ermöglicht. Damit soll sowohl auf der individuellen als auch auf der strukturellen Ebene angesetzt werden, um einerseits die Handlungssicherheit Betroffener zu erhöhen und langfristig auch eine institutionelle Schutz- und Präventionskultur zu entwickeln. Als kirchlich bzw. institutionell unabhängige, universitär verankerte Anlaufstelle stellt die Sprechstunde die erste ihrer Art im deutschsprachigen Raum dar und nimmt damit eine beispielhafte Vorreiterrolle ein. Inwiefern sich dieses neuartige Konzept nachhaltig bewähren wird, soll im Rahmen der kommenden drei Projektjahre evaluiert werden.

Erweiterung des Angebots – Umbenennung der Fachstelle

Im Kontext der Sprechstunde für Mitarbeitende der Katholischen Kirche des Kantons Zürich haben wir uns zur Umbenennung unseres Angebots entschieden. Unsere therapeutische Arbeit richtet sich nämlich nun auch ausserhalb der spezifischen Präventionsprojekte als Fachstelle Sexuelle Gesundheit an erwachsene Personen mit behandlungsbedürftigen Störungen im Bereich der sexuellen Gesundheit, bei denen eine medizinisch-psychotherapeutische Abklärung, Beratung und/oder Behandlung indiziert ist.


[2] Bignasca, E., et al. (2023). Geschichte sexuellen Missbrauchs im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz. Unabhängige wissenschaftliche Studie im Auftrag der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Universität Zürich.

Seite als PDF herunterladen