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Abhängigkeitserkrankungen und Dualdiagnosen

Der Konsum psychotroper Substanzen ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Bei einem Teil der Konsumierenden kann der Konsum zu psychischen, körperlichen oder sozialen Problemen bis hin zur Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung führen. Abhängigkeitserkrankungen sind oft gekennzeichnet durch ein starkes Verlangen psychotrope Substanzen zu konsumieren, sowie eine verminderte Fähigkeit, dieses Verlangen bzw. den Konsum zu kontrollieren, trotz teilweise schwerwiegender gesundheitlicher und sozialer Folgeerscheinungen. Ähnliche Symptome können auch bei den sogenannten nicht substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen auftreten, wo bestimmte Verhaltensweisen für die Betroffenen nicht mehr zu kontrollieren sind (beispielsweise beim pathologischen Glücksspiel). Diesen typischen Merkmalen von Abhängigkeitserkrankungen liegen entsprechende neurobiologische Veränderungen im Gehirn der Betroffenen zu Grunde.
Viele Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen leiden zudem an weiteren psychischen Erkrankungen, wie beispielweise Depressionen, Angsterkrankungen, Trauma-Folgestörungen, Psychosen oder ADHS, sowie an zusätzlichen körperlichen Erkrankungen. Es ist daher wichtig, diese im diagnostischen und therapeutischen Prozess  entsprechend zu berücksichtigen und in die Behandlung einzubeziehen.
Eine möglichst frühzeitige Abklärung und Behandlung von Abhängigkeits- und weiteren Erkrankungen kann den Verlauf positiv beeinflussen.

Behandlungen

Das Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (ZAE) bietet umfangreiche störungsspezifische ambulante, tagesklinische sowie stationäre Abklärungs-  und Behandlungsangebote für Menschen mit Substanzproblemen (alle psychotropen Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Cannabis, Heroin, Kokain, Medikamente, „Partydrogen“ etc.) oder nicht-stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen (z.B. Geldspielsucht) an. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Angebote ist die Erkennung und integrierte Behandlung zusätzlicher psychischer Störungen (z.B. Depressionen,  Angst-Erkrankungen, Trauma-Folgestörungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS, Psychosen) sowie körperlicher Erkrankungen.

Da es sich bei Abhängigkeitserkrankungen um komplexe Störungsbilder handelt, bei denen biologische, psychologische und soziale Faktoren sowohl für Entstehung als auch für den Verlauf und die Behandlung eine wichtige Rolle spielen, sind multimodale Therapieansätze, die diese Komplexität berücksichtigen am erfolgversprechendsten.

Die Behandlungsangebote des ZAE sind multidimensional und eng aufeinander abgestimmt. So werden individuell zu vereinbarende Therapieziele mit dem geeigneten „Level-of-Care“ (ambulant und tagesklinisch am Standort Selnau, stationär mit den Bereichen Akutbehandlung und Psychotherapie am Standort Lengg) ausgewählt.

Als universitäres Zentrum führen wir zudem eigene Forschungsprojekte durch, um die biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren besser zu verstehen, die für die Entwicklung, Aufrechterhaltung und Therapie von Abhängigkeitserkrankungen bedeutsam sind.  Dies soll auch dazu beitragen, unsere spezialisierten Behandlungsangebote, die sich an aktuellen nationalen und internationalen Empfehlungen orientieren, stets weiterzuentwickeln.

Zielgruppe

  • Menschen mit Problemen durch den Konsum psychotroper Substanzen  (Alkohol, Nikotin, Cannabis, Heroin, Kokain, Medikamente (z.B. Schlaf-und Beruhigungsmittel) etc.)
  • Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung und zusätzlichen psychischen Erkrankungen (Dualdiagnosen)
  • Menschen mit sog. Verhaltenssüchten (pathologisches Glücksspiel, Internetsucht)

Allgemeine Behandlungsziele

  • Wiedererlangung bzw. Verbesserung der Gesundheit
  • soziale (Re-)Integration
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Hilfe zur Selbsthilfe („Empowerment“) durch Wissensvermittlung und Förderung eines eigenständigen Umgangs mit der Erkrankung und deren Folgen

Behandlungsteam

Unsere multidisziplinären Behandlungsteams bestehen aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie diplomierten Fachpersonen aus den Bereichen Pflege, Soziale Arbeit, Arbeits- und Ergotherapie, Physio-, Tanz-, Bewegungs- und Musiktherapie.

Gesamtleitung
PD Dr. med. Marcus Herdener, Chefarzt und Zentrumsleiter

Ambulant
Dr. med. Carlo Caflisch, Leitung Ambulatorium Selnaustrasse, stv. Zentrumsleiter
Dr. med. Franziska Saissi, Leitung Somatik

Tagesklinisch
Dr. med. Maximilian Buschner, Leitung Tagesklinik Selnaustrasse
Dr. phil. Lea Hulka, Co-Leitung Tagesklinik Selnaustrasse

Stationär
Dr. med. Jan Conradi, Oberarzt Station E0 (Psychotherapie), stv. Zentrumsleiter stationärer Bereich
Ulli Bunes, Leitung Pflege E0

Dr. med., Dipl. Psych. Raoul Bitar, Oberarzt Station E1 (Akutbehandlungen)
Miguel Lobo, Leitung Pflege E1

Stand: 15. Oktober 2019

Weiterführende Informationen