Das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik verfügt über ein umfassendes Therapieangebot, das im Dienste der Deliktprävention steht und einen Schwerpunkt mit Einbezug des familiären/sozialen Kontextes der Beschuldigten setzt. Das Angebot ist inhaltlich auf jugendliche oder junge erwachsene Straftäter*innen ausgerichtet (Deliktbegehung im Alter zwischen 10 und 18 Jahren).

Therapie im Einzelsetting

Die Wirksamkeit der Therapie von jugendlichen Straftäterinnen und Straftäter ist in der Fachliteratur gut belegt. Bei (schweren) psychischen Störungen, komplexen Psychopathologien, schwerer und/oder anhaltender Delinquenz sind individualisierte Interventionen nötig. Im Zentrum für Kinder- und Jugendforensik werden verschiedenste therapeutische Ausrichtungen angewendet. Es gilt stets, vorerst eine differenzierte Abklärung/Therapieplanung vorzunehmen und, darauf aufbauend, verschiedene deliktpräventive Ansätze multidimensional anzuwenden und ggf. eine psychopharmakologische Behandlung einzuleiten. Zudem gilt es stets, dem sich jugendtypisch rasch verändernden Persönlichkeitsentwicklungsstand der Klientinnen und Klienten Rechnung zu tragen. Unser personenzentrierter Zugang ist angesichts des engen Austauschs mit unseren Auftraggebern (Jugendanwältinnen und Jugendanwälte sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Jugendanwaltschaften und Einbezug allfälliger Bezugspersonen aus den Institutionen) bereits systemisch ausgerichtet.

Therapie mit Familien-/Sozialnetzeinbezug

Neben dem obengenannten personenzentrierten Zugang ist bei Kindern und Jugendlichen ein «systemischer» therapeutischer Ansatz immer von grosser Bedeutung. Das heisst, das familiäre und/oder sozialpsychiatrische/-pädagogische Umfeld sollte immer in den therapeutischen Prozess eingebunden werden. Für unsere jugendforensische Klientel bedeutet dies, dass die Eltern standardmässig in die Therapien einbezogen werden. Gegebenenfalls ist sogar eine spezifische Familientherapie mit regelmässigen gemeinsamen Familiengesprächen indiziert. Zudem werden die Bezugspersonen bei Fremdplatzierungen – falls indiziert – ebenfalls in den Behandlungsrahmen mit einbezogen.

Manualisiertes Therapieprogramm-Angebot – im Gruppen- oder Einzelsetting

Bei Klientinnen und Klienten mit eher situativ bedingter Delinquenz, gutem psychosozialem Funktionsniveau und leichter Psychopathologie erzielt man mit manualisierten, modular aufgebauten Therapieprogrammen gute Erfolge. Es handelt sich dabei um strukturierte und kognitiv-verhaltensorientierte Therapien, die mit deliktfokussierter Methodik kombiniert werden und die auf Fähigkeiten und Fertigkeiten der minderjährigen Delinquenten setzen. Sie werden jeweils individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Jugendlichen angepasst und können auch deren Familien mit einbeziehen. Sie  können im Gruppen- oder im Einzelsetting durchgeführt werden.

Bereichsleitung

lic. phil. Barbara Aeby, Oberpsychologin

 

ForTiS (Forensisches Therapieprogramm für jugendliche Straftäter)

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ThePaS (Therapieprogramm für angemessenes Sexualverhalten)

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TESOK (Training emotionaler und sozialer Kompetenz)

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RADIP (Radikalisierung Interventionsprogramm)

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