Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass insbesondere inhaftierte Jugendliche zu einem hohen Anteil unter psychischen Erkrankungen leiden. Deshalb wird während des Aufenthalts der Jugendlichen im Gefängnis neben forensischen Interventionen auch eine jugendpsychiatrische Grundversorgung sichergestellt. Im Rahmen einer standardisierten jugendpsychiatrischen Eintrittsdiagnose wird der Behandlungsbedarf ermittelt und es werden allfällige Massnahmen ergriffen. Dabei handelt es sich vor allem um stabilisierende therapeutische Interventionen, psychopharmakologische Einstellungen und störungsspezifische Psychoedukation. In Krisensituationen übernehmen wir das psychiatrische Notfallmanagement und sind gegebenenfalls für die Einweisung in eine psychiatrische Klinik zuständig. 

Das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik ist konsiliarisch für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in den Gefängnissen in Dietikon (Gefängnis Limmattal) und Dielsdorf (Gefängnis Dielsdorf) sowie für die Durchgangsstation für straffällige Jugendliche Winterthur zuständig. Neben den genannten Einrichtungen steht das Angebot der konsiliarischen Beratung/Behandlung auf Anfrage auch weiteren Institutionen innerhalb des Kantons Zürich, die mit straffälligen Jugendlichen arbeiten, zur Verfügung.

Vorgehen

Ziel des Angebots ist es, jeden neu eintretenden Jugendlichen in den ersten Tagen der Inhaftierung psychiatrisch-psychologisch zu untersuchen, in Bezug auf Fremd- und Eigengefährdung einzuschätzen und gegebenenfalls einer weiteren medizinischen und/oder psychologischen Behandlung zuzuführen. Im Verlauf der Inhaftierung bieten wir regelmässige Gespräche bzw. in indizierten Einzelfällen störungsspezifische oder deliktorientierte Therapien an. Das «Gefängnis-Team» ist an Werktagen zu Bürozeiten (ausser dienstags) täglich vor Ort, steht in Krisensituationen für Notfälle werktags jederzeit zur Verfügung und ist gegebenenfalls auch für die Einweisung in eine psychiatrische Klinik zuständig. Die jugendpsychiatrische Versorgung der weiblichen Jugendlichen erfolgt im Frauengefängnis Dielsdorf. Aufgrund der deutlich geringeren Anzahl weiblicher Inhaftierter wird dort die Jugendforensik nach Bedarf und auf Anfrage des Gefängnispersonals hinzugezogen.

Um die Betreuung der Jugendlichen in den Gefängnissen zu optimieren, bietet das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik im Weiteren fachspezifische Beratungen und Weiterbildungen zu psychischen Störungen bei Jugendlichen für das Gefängnispersonal an. Ferner ist das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik im engen Kontakt mit den einweisenden Behörden und gibt bei Bedarf fachliche Empfehlungen für die Weiterbehandlung nach der Entlassung der minderjährigen Insassen ab.

 

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