Stationäre Angebote

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Psychotherapeutische Station für Frauen

Konzept und Zielsetzung

Die offen geführte Psychotherapeutische Station C0 für Frauen verfügt über 13 Behandlungsplätze und bietet ein multimodales, schulenübergreifendes Behandlungsprogramm für Patientinnen mit Persönlichkeitsstörungen (vor allem  Borderline Persönlichkeitsstörung) und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) sowie 2 Mutter-Kind-Behandlungsplätze an.

Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) für Borderline Patientinnen nach Linehan ist ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Therapieverfahren, das ein breites Spektrum weiterer Behandlungsstrategien wie zum Beispiel psychodynamische, gestalttherapeutische und psychoedukative Techniken sowie meditative (achtsamkeitsbasierte) Ansätze aus dem ZEN-Buddhismus integriert, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Entsprechend dem Grad der Gefährlichkeit werden Suizidimpulse und suizidale Gedanken zuerst bearbeitet, anschliessend selbstschädigende Verhaltensweisen und therapieschädigendes Verhalten. Die Patientinnen erlernen alternative Fertigkeiten zum Abbau dysfunktionalen Verhaltens sowie einen konstruktiveren Umgang mit interpersonellen Konflikten, den eigenen Emotionen sowie zur Regulation der Selbstwertproblematik. Sie trainieren eine achtsamere Haltung sich selbst und anderen gegenüber und erlernen unterschiedliche Entspannungsverfahren. Abhängig von den komorbiden Diagnosen erfolgt der Einsatz von Tech­ni­ken zur Traumabewältigung und -exposition, die Entwicklung eines strukturierten Ess­pro­gramms bei Bulimie oder ein spezifisches Training zur Verbesserung von Tagesstrukturierung und Zeitmanagement bei der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper­aktivitäts­störung. Je nach Indikation werden Pharmakotherapie und andere Therapieverfahren eingesetzt.

Patientinnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung erhalten - je nach Indikation - eine spezifische Traumatherapie, (zum Beispiel Prolonged Exposure Therapy nach E. Foa, 1999), die über Expositionsverfahren wie imaginatives Nacherleben und in-vivo-Exposition zur besseren Verarbeitung des Traumas und zum Rückgang der PTSD-Symptome führt.

Es stehen zwei Mutter-Kind-Einheiten zur Verfügung für Patientinnen, bei denen aufgrund einer psychischen Erkrankung (zum Beispiel Depression, Angst- oder Zwangsstörung) die Mutter-Kind-Interaktion gestört ist. Mit Hilfe eines psychoedukativen kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierten Therapie­ansatzes werden Sie über die Erkrankung aufgeklärt und erlernen kognitive Strategien zur Bewältigung psychischer Krisen. Bei Bedarf wird zusätzlich eine psychiatrisch-medi­kamen­töse Therapie der Achse-I-Störung durchgeführt. Die psychotherapeutisch-pädagogischen Gespräche sind auf die Verbesserung der Mutter-Kind-Interaktion ausgerichtet und stärken über die Rückmeldung mütterlicher Fähigkeiten Ihre Selbstwirksamkeit. Hilfreiche Interaktionsstrategien werden wieder aufgebaut und mittels videogestützter Therapieverfahren trainiert. Bei Bedarf besteht eine Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich.

Zielgruppe

  • Patientinnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung und anderen Persönlichkeitsstörungen sowie mit komorbiden Erkrankungen wie Depression und Angststörung, Zwangsstörung, Essstörung, Alkohol- oder Substanzmissbrauch oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
  • Patientinnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung oder anderen Traumafolgestörungen
  • Mütter mit Baby (bis max. einjährig), bei denen aufgrund einer psychischen Erkrankung die Mutter-Kind-Interaktion und die Alltagsbewältigung eingeschränkt sind

Angebot

Ambulantes Vorgespräch:
  • Aufklärung über die Diagnose
  • Information über das Therapieprogramm
  • Erarbeitung der Therapieziele und des Behandlungsvertrags (Umgang mit dysfunktionalem und therapieschädigendem Verhalten)
Stationäre Therapie:
  • Komplettierung der Diagnostik
  • Erarbeitung eines Störungsmodells (Verständnis der problematischen Verhaltensmuster und Einstellungen vor dem Hintergrund der Biografie)
  • Einzelgespräche
  • Skillsgruppe (Erlernen von Techniken zur Emotionsregulation, Stresstoleranz, zwischenmenschlichen Interaktion und Stabilisierung des Selbstwertes)
  • Themenzentrierte Gesprächsgruppe (psychoedukativ und problemlösungsorientiert)
  • Achtsamkeitstraining
  • Expositionstraining
  • Aromatherapie
  • Ergotherapie
  • Körper- und Bewegungstherapie
  • Sozialberatung
  • Arbeitstherapie
  • Standortgespräche (interdisziplinäre Fallbesprechung)

Behandlungsteam

Das multidisziplinäre Behandlungsteam setzt sich zusammen aus Fachpersonen der Psychiatrie / Medizin, Psychologie, Pflege, Physio- und Bewegungstherapie, Arbeits- und Ergotherapie, Musiktherapie und Soziale Arbeit und besteht mehrheitlich aus Frauen.

Leitung

Dr. med. Sebastian Olbrich, Oberarzt
Bernadette Hensch, Stationsleiterin

Kosten

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Ausserkantonale Patientinnen benötigen eine Kostengutsprache des Kantonsarztes. Die Kinderplätze werden den Patientinnen mit CHF 50.- pro Tag in Rechnung gestellt.

Anmeldung

Die Anmeldung zum ambulanten Vorgespräch erfolgt in der Regel über die vorbehandelnden niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte telefonisch und/oder schriftlich an den Triage-Oberarzt unter Telefon +41 (0)44 384 21 11.

Stand: 13. Dezember 2016

Weiterführende Informationen