Bild Kopfzeile

Belastungsstörungen und Burnout

Belastungsstörungen sind Reaktionen auf einmalige oder fortgesetzte schwere Belastungen.

Die Belastungsstörungen werden nach ihrer Dauer und ihrem Schweregrad unterschieden:

  • Die akute Belastungsstörung stellt eine kurz andauernde sofortige Reaktion auf ein aussergewöhnlich schweres, belastendes Ereignis dar. Die Symptomatik einer solch übermässigen Reaktion auf Belastung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Als psychische Störung werden solche Reaktionen erst dann bezeichnet, wenn sie mit deutlichem Leid und/oder Verminderung der Leistungsfähigkeit verbunden sind.
  • Anpassungsstörungen sind Reaktionen auf belastende Lebensereignisse, die im Vorfeld der Erkrankung aufgetreten sind. Die Schwere dieser belastenden Ereignisse muss nicht notwendigerweise extrem sein. Unterschieden werden insbesondere Anpassungsstörungen mit depressiver und ängstlicher Symptomatik.
  • Die posttraumatische Belastungsstörung tritt einige Zeit nach dem belastenden Ereignis auf, das einen traumatischen Charakter hat und von ausserordentlicher Schwere ist. Die Symptomatik kann rasch nach dem Ereignis aber auch verzögert mit einer symptomfreien Latenz von Monaten bis Jahren auftreten. Zentrales Merkmal ist das sich aufdrängende Wiedererleben des traumatischen Ereignisses und der begleitenden Emotionen in Form von Nachhall-Erinnerungen (Flashbacks), ferner ein umfassendes, auf das Trauma bezogenes Vermeidungsverhalten und Symptome einer autonom-nervösen Übererregbarkeit.

Die therapeutischen Interventionen sind abhängig von der Schwere und Dauer der Symptomatik, dem Traumatypus und möglicher Komorbidität mit weiteren psychiatrischen Störungen wie Substanz- und Alkoholmissbrauch, Depression, Angststörungen, psychotische Störungen und Persönlichkeitsstörungen.

Bei einer akuten Belastungsreaktion ist eine intensive stützende Betreuung in zeitlich begrenztem Umfang angezeigt. Diese kann beispielsweise innerhalb der Krisenintervention KIZ des Zentrums für Soziale Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich erfolgen.

Für Patientinnen und Patienten mit depressiven Anpassungsstörungen stehen die tagesklinischen und stationären Behandlungsangebote des Zentrums für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie zur Verfügung.

Therapieangebote für Patientinnen und Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD) umfassen als wesentliches therapeutisches Ziel, den Patientinnen und Patienten nach einer Traumatisierung wieder zu ihrer gewohnten psychosozialen Funktionsweise zu verhelfen und die vielfältigen Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung zu beseitigen sowie zu einer Integration der mit den traumatischen Ereignissen verbundenen Erinnerungen beizutragen. In der Anfangsphase der therapeutischen Beziehung stehen supportive, sicherheitsstiftende und rückversichernde Elemente im Vordergrund. Auf dieser Grundlage werden individuell angepasste therapeutische Interventionen mit unterschiedlichem psychotherapeutischen, psychosozialen und psychopharmakologischen Schwerpunkt angewandt.

Im Rahmen der kognitiv-behavioralen Therapie werden Patientinnen und Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung mit dem Traumaerlebnis konfrontiert. Im weiteren Verlauf stehen eine kognitive Neubewertung des Ereignisses, Strategien der Angstbewältigung und die Entwicklung einer Neuorientierung bei der Lebensgestaltung im Vordergrund.

Bei Vorliegen einer depressiven Symptomatik wird eine medikamentös-antidepressive Therapie (insbesondere mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) durchgeführt.

Bei Vorliegen einer schweren, insbesondere auch psychotischen sowie auch mit starker Agitation einhergehenden Symptomatik werden Patientinnen und Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung auf den Akutstationen der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich im Sinne einer stationären Krisenintervention behandelt. Migrantinnen und Migranten mit PTSD können auf der Schwerpunktstation A1 für Akutpsychiatrie behandelt werden. Weitere Behandlungsangebote stehen im Rahmen der Spezialstationen für Depressionen und Angsterkrankungen B2 und C1 sowie bei Frauen mit PTSD auf der offenen Psychotherapeutischen Station C0 für Frauen zur Verfügung.

Stand: 22. August 2017

Weiterführende Informationen